Sanierung des Dekanatsgebäudes

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Im Herbst 1991 begannen die Planungen zur Sanierung und Neugestaltung des Dekanatsgebäudes. Nach manchen Schwierigkeiten und Verzögerungen konnte im vergangenen Dezember die Dekansfamilie in ihre neue Wohnung einziehen. Im März 1992 nahmen auch Pfarramt und Dekanat die neuen Räume in Betrieb. Bis jetzt wurde noch an den Außenanlagen gearbeitet. Nach bald vier Jahren Bauzeit wurde das Haus am Sonntag, dem 16. Juli 1992, eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben.


Architekt Meiller über das Baukonzept

Sanierung und Neugestaltung des Dekanatsgebäudes wurden vom Architekturbüro Meiller und Partner geplant und durchgeführt. Meiller hat sich mit zahlreichen Sanierungsprojekten in der Region einen Namen gemacht. In Sulzbach war das Architekturbüro zum Beispiel für die Sanierung des Jakobshauses (wo die Redaktion der Sulzbach-Rosenberger Zeitung untergebracht ist), des Stadtmuseums und des neuen katholischen Gemeindehauses am Pfarrplatz verantwortlich. Dieter Meiller, Seniorchef der Architekturfirma und übrigens in Amberg auch evangelischer Lektor, stellt hier das bauliche Konzept der Dekanatssanierung vor:

Das heutige evangelische Dekanat bildet städtebaulich mit der St. Marien-Kirche und der ehemaligen Lateinschule den sakralen Mittelpunkt der Altstadt Sulzbach- Rosenbergs. Sie ist geprägt von drei Zentren gesellschaftlichen Lebens: dem Schloßbereich, Zeichen der Herrschaft, dem Rathaus, Zeichen der bürgerlichen Selbständigkeit und dem Pfarrplatz, Zeichen der sakralen Mitte des Lebens.

Von Anfang an schien das Streben der Stadt darauf gerichtet gewesen zu sein, diese drei Bereiche städtebaulich als Einheit zu sehen und sie in einem städtebaulichen inneren Spannungsverhältnis darzustellen. Interessant dabei ist, daß die Hofmauer des Dekanats so errichtet worden ist, daß sie sich noch mit einem Schmalteil am Marktplatz orientieren kann.

In der Baugeschichte des Dekanats spiegeln sich die Entwicklung Sulzbachs zur Herzogstadt und die Religionsgeschichte der Stadt wider. Die baulichen Ursprünge sind noch im Keller zu finden. Der erste Bau war wohl ein einräumiges unterkellertes Steinhaus. Daneben entstand kurz darauf, markiert durch das jetzige Amtszimmer des Dekanats, ein zweiter Bau. Sehr bald wurden beide Häuser zusammengefaßt. Eindeutig datierbar ist der Dachstuhl, der über den ältesten Teilen 1644 errichtet wurde. Unter Dekan Gack wurde das Dekanatsgebäude nach Osten erweitert und erhielt 1830 seine heutige äußere Gestalt. Wie herausragend der damalige stattliche protestantische Pfarrhof war, zeigt die Tatsache, daß die Jesuiten 1652 bei der Teilung der Kircheneigentümer sehr gerne „auf die 10 anderen Häuser der Sulzbacher Kirchen- und Schuldiener verzichtet hätten und sogar noch eine Abfindungssumme von 50 fl spon- te und jährlich“ bezahlt hätten, wenn der protestantische Stadtpfarrer eine andere Behausung wähle (nach Pfarrer Wilhelm Geyer, 1914).

Mit Berufung des neuen Dekans Rainer Gerhardt war auch eine Modernisierung des Dekanates geboten. Jahrzehntelange „vornehme Zurückhaltung“ gegenüber der Landeskirche hatte einen Reparaturstau zur Folge. In Zusammenarbeit mit dem Baureferat der bayerischen evangelisch-lutherischen Landeskirche wurde, nachdem der Bestand in weiten Teilen gefährdet war, eine Generalsanierung entwickelt. Ziel war, ent¬sprechend der Bedeutung des Dekanats Sulzbach- Rosenberg in der mittleren Oberpfalz, ein würdiges Gebäude zu schaffen.

Die barocke Eingangshalle sollte wieder zum Dreh- und Angelpunkt des Hauses werden. Von ihr aus wird westlich über drei Geschosse die Wohnung des Dekans erschlossen, und östlich befinden sich im Erdgeschoß die Verwaltungsräume und im Obergeschoß der Kapitelsaal und Veranstaltungsräume des Dekanats. Im Erweite¬rungsteil, der unter Dekan Gack 1830 entstanden war, wurde im Dachgeschoß die bedeutende Pfarramts- und Dekanatsbibliothek untergebracht. Das Obergeschoß wird über eine moderne Stahltreppe, als Hinweis auf den Stahlstandort Sulzbach-Rosenberg, erschlossen.

Ein repräsentatives Foyer als Verweilzone führt zum Kapitelsaal mit anschließendem Nebenraum. Hier ist der Versammlungsort des Dekanats und der Gemeinde Christuskirche. Bei der Verwendung der Materialien wurde auf eine zurückhaltende Gestaltung geachtet. Zugleich soll aber auch abzulesen sein, daß der Bau an der Jahrtausendwende modernisiert wurde. Buchenholz, Stahlglaskonstruktionen, eine Beleuchtung mit Energiesparlampen und helle Putzflächen sind die Gestaltungsmittel.

Neben der Baumaßnahme wurden auch die Außenflächen umgestaltet. Es war das erklärte Ziel des Kirchenvorstandes, einen ruhigen Ort innerhalb der Stadt zu schaffen. Dem wurde dadurch entsprochen, daß die Anzahl der Parkflächen reduziert wurde und so ein Ort zum Beispiel für Gemeindefeste entstand. Ob es sich beim Sulzbach-Rosenberger Dekanat um eines der schönsten Dekanate in Bayern handelt, wie manche sagen, sollen die Besucher entscheiden.

Großen Dank gilt von seiten der Architekten dem Dekan Gerhardt und dem Kirchenvorstand für die kreative Zusammenarbeit Schön wäre es gewesen, wenn noch der Innenhofbereich der Kirche fertig geworden wäre, aber das bleibt bei der schwierigen Finanzierung einem weiteren Bauabschnitt Vorbehalten.

Quelle: Gemeindebrief

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