Geschichte der Evangelischen in Sulzbach

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1530: Auf dem Reichstag zu Augsburg wird Pfalzgraf Ottheinrich von der Verlesung der Augsburgischen Konfession beeindruckt.

1541: Sulzbach kommt an Ottheinrich.

1542: Die evangelischen Gläubigen werden durch das Religionsmandat Ottheinrichs geschützt.

3. Juni 1543: Stefan Kastenbauer hält den ersten evangelischen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche.

1547: Durch den unglücklichen Ausgang des Schmalkaldischen Krieges muss das Herzogtum Sulzbach auf Befehl Kaiser Karl V. wieder katholisch werden. Ottheinrich muss fliehen, doch bleibt die Stadt selbst lutherisch.

1552: Im Passauer Vertrag erhält Ottheinrich das Herzogtum zurück. Die evangelische Predigt wird wieder hergestellt.

1555: Die Lutheraner erhalten durch den Augsburger Religionsfrieden endgültig die Religionsfreiheit zugesprochen.

1616: Der Sohn des streng lutherischen Herzogs Philipp Ludwig, Wolfgang Ludwig, der katholisch geworden war, fordert unter dem Einfluss seines Schwagers Maximilian von Bayern seinen Bruder, den Herzog August, auf, im Herzogtum Sulzbach neben der evangelischen die katholische Konfession einzuführen. 1612 hatte sich aber Wolfgang Wilhelm in feierlicher Urkunde gegenüber dem Vater und den Brüdern verpflichtet, nach dem väterlichen Testament zu verfahren.

1618: Die evangelische Union steht gegen die katholische Liga. Dreißigjähriger Krieg und Gegenreformation beginnen. Dadurch wird die lutherische Oberpfalz wieder überwiegend katholisch.

1627/28: Unter Drohungen und Strafen zwingt Simon de Labrique, Dr. jur. und Rat des Neuburger Herzogs, aus Lüttich stammend, unter Unterstützung Maximilians von Bayern, die mittlere Oberpfalz wieder zum katholischen Glauben zurück. 70 der angesehensten Bürgerfamilien evangelischen Glaubens verlassen unter großen wirtschaftlichen Opfern die Stadt Sulzbach. Am 27.9.1627 werden die evangelischen Lehrer und Pfarrer dienstentlassen. Der Herzog ernennt einen evangelischen Hofprediger.

1628 läßt sich de Labrique selbst in Sulzbach nieder. Bis dahin kamen aus der ganzen mittleren Oberpfalz Abendmahlsbesucher nach Sulzbach, das Widerstand leistete. Auch Andreas Wilhelm von Brandt auf Neidstein ließ sich nicht bekehren. Schließlich wurden alle „unkatholischen Prädikanten und Schulmeister" des Landes verwiesen. Der Kaiser setzte anstelle Herzog Augusts den katholischen Wolfgang Wilhelm zum Landesherren ein.

1629: Die restliche evangelische Sulzbacher Bürgerschaft zahlt 30.000 Gulden Strafgelder und wird gezwungen, zu Beichte und Kommunion zu gehen.

1631: Nachdem Truppen Maximilians Sulzbach eingenommen haben, stehen sich Streitkräfte des Herzogs August und eine schwedische Abteilung gegenüber. Die Stadt wird geplündert und zahlt 6000 Taler Strafe. Durch Augusts passiven Widerstand werden die Folgen gemildert.

1632: Als Bundesgenosse Gustav Adolfs stirbt August, fern seiner Residenz, in Windsheim. Der Schwedenkönig erobert Sulzbach, muss aber Sulzbach durch seinen Abzug aus Süddeutschland den Truppen des kaiserlichen Feldherrn Wallenstein überlassen.

1632/33: Im Sulzbacher Land entsteht durch Missernten furchtbare Not.

1634: Die Hälfte der Einwohner Sulzbachs stirbt an Pest (1.200 Pesttote).

1645: Herzog Christian August übernimmt die Regierung.

1648: Westfälischer Friede zu Münster und Osnabrück: Was 1624 im protestantischen Besitz war, soll evangelisch bleiben. Christian August, der Neffe Wolfgang Wilhelms, beginnt Anfang 1649 im Herzogtum Sulzbach mit der Wiederherstellung (Restitution) des Religionsstandes von 1624.

1650/51: Auf dem Friedensexekutionskonvent zu Nürnberg verteidigt Herzog Christian August seine Maßnahme gegen Wolfgang Wilhelm, der sich in kirchlichen Dingen noch immer zuständig fühlte. Am Status der Stadtpfarrkirche zerschlugen sich die Verhandlungen um eine gemeinsame Benutzung der Landkirchen im Landgericht Sulzbach.Christian August stimmte dem gemeinsamen Gebrauch der Stadtpfarrkirche nicht zu.

1652: Christian August führt auf Grund des Kölner Vertrages das Simultaneum im Sulzbacher Land ein. Gemeinsames Gut wurden kirchliche Gebäude, Spitäler, Grundbesitz; gemeinsam sollten die Gottesäcker sein. Gleichzeitig wurde der Konfessionswechsel gestattet. Christian August selbst nahm am 6.1.1656 den katholischen Glauben an, um die Hoheit über seine Erblande zu erhalten. Wie sein Sohn, Herzog Theodor, bemühte er sich aber, die Gewissensfreiheit zu garantieren. Die Zwistigkeiten um das Simultaneum währten noch lange. Karl Philipp von der Pfalz, der für den unmündigen Karl Theodor die Regierung führte, verschärfte sie, indem er nur katholische Räte berief. Karl Theodor setzte später einen gemischten Beschwerdeausschuss ein.

1668: Christian Knorr von Rosenroth als Hofrat am Hofe Christian Augusts installiert.

1742: Sulzbach verliert nach Theodors Tod seine Residenz.

1777: Das Herzogtum Sulzbach verliert nun auch seine Selbständigkeit, als Karl Theodor Kurbayern erbt und seine Residenz nach München verlegt.

1803: Ein Religionsedikt gewährt im Kurfürstentum Bayern volle Religions- und Gewissensfreiheit; damit verbunden ist die Gewährung der bürgerlichen Gleichberechtigung.

1806: Napoleon erhebt Bayern zum Königreich. Die landesfürstliche Hoheit von geistlichen Würdenträgern wird durch die Säkularisation beseitigt. Der oberpfälzische Protestantismus konnte sich von da an frei entwickeln. Es wirkte sich aus, dass der volksfreundliche König Max I. eine evangelische Gemahlin, und Bayern den frei sinnigen Minister Graf Montgelas besaß. Die damalige Verfassung enthielt ein eigenes Protestantenedikt, das bis 1918 in Kraft blieb. Nach altem Herkommen war der König oberster Bischof, doch leitete die Kirche ein Oberkonsistorium, das dem Innenministerium unterstand. Die Oberpfalz wurde dem Bayreuther Konsistorium unterstellt. Seit 1810 gibt es Distriktsdekane.

1816: Der Sulzbacher Verleger Johann Esaias Seidel ermöglicht den billigen Druck eines neuen Gesangbuchs, in dem 775 Kirchenlieder vereinigt werden und das zuerst in Thumsenreuth eingeführt wird.

1822: Altsulzbach wird von einem furchtbaren Brand verheert. Die Not wurde vom evangelischen Dekan Georg Chr. Gack durch einen Hilferuf, der als Druckschrift erschien und durch gedruckte Predigten, die von zwei evangelischen und einem katholischen Geistlidien verfasst wurden, gemildert. Gack stiftete 1856 ein wertvolles Kreuz, mit der Hoffnung, das reibungslose Zusammen leben der beiden Konfessionen zu ermöglichen. In der Absicht, daß die evangelische Gemeinde eines Tages eine eigene Kirche bauen und das Simultaneum auflösen könne, legte er einen Grundstock von 50 Gulden. Dieser Grundstock sollte, nach seiner Meinung, bis zum Jahr 2000 durch Zins und Zinseszinsen seinen Wunsch verwirklichen.

1918: Die Kirchenhoheit des Landesherrn fällt. Seit dem gibt es eine selbständige bayerische Landeskirche.

1930: Ein eigenes Gemeindeblatt, der „Kirchenbote für den Dekanatsbezirk Sulzbach", erscheint.

1937: Die evangelische Bekenntnisschule muß der Gemeinschaftsschule weichen.

1939: Auf Befehl legen die letzten Lehrer das Amt der kirchlichen Unterweisung nieder. In der höheren Schule wird ab der 5. Klasse kein Religionsunterricht mehr erteilt.

1941: Die kirchliche Presse wird als „vorläufige Kriegsmaßnahme" eingestellt. Das Gemeindeblatt hört auf zu bestehen. Die Parteipresse bringt erhöhte Auflagen heraus. Ein Geheimbefehl stellt den Kampf gegen die Kirchen auf Kriegsdauer zurück.

1945: Die christlichen Konfessionen erhalten ihre Freiheit wieder. Die evangelischen Diasporagemeinden werden durch die Heimatvertriebenen aus dem Osten und dem Südosten teilweise um das Doppelte verstärkt.

1951: Das Dekanat Cham wird errichtet und ihm die östliche Hälfte des Dekanats Sulzbach zugeteilt.

1952: Beide Dekanate werden dem neu gebildeten Kirchenkreis Regensburg zugewiesen.

1958: Nach Auflösung des Simultaneums erhält die Sulzbacher Gemeinde ein eigenes Gotteshaus, die Christuskirche.

Links

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