Beschreibung der Kirche

Aus Wiki der Kirchengemeinde Christuskirche Su-Ro
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Der Delfinbrunnen

Er ist ein Symbol des rettenden Christus. Ein hochschnellender Delphin wird von einem zweiten brüderlich umspielt. Nach der Arionsage tragen Delphine Schiffbrüchige ans rettende Ufer. Immer wieder erscheint der Delphin in der altkirchlichen Kunst als königliches Tier in Gemeinschaft mit Jesu. Der gleiche Delphin symbolisiert aber auch Herrschaft. So ist zu verstehen, dass sich die französischen Thronfolger „Dauphin" (Delphin) nannten.


Überlebensgroßes Kruzifix

Es weist aus dem Leid der lebenden Gemeinde auf sein Golgatha, auf den Tod, der verschlungen ist in den Sieg: Auferstehung und ewiges Leben. Aus diesem Christus spricht die Not des Schweigelagers in Sibirien, das der Bildhauer hatte durchstehen müssen. „Er hat selber das Wunder der Überwindung des Leides aus der Kraft des Glaubens erlebt."

Während in der Zeit der Romanik die Füße nebeneinander gestellt wurden, um den Anblick zur Stärkung des Glaubens zu führen, setzte der Künstler, wie in der Zeit der Gotik, die Füße Christi übereinander. Der Anblick soll, nach alter Deutung, zur Zerknirschung führen. Doch weisen die in Gold gehaltenen Kreuzbalken mit ihrer Farbe auf Ostern, auf die Auferstehung, hin. Edles Antlitz und gemarterter Corpus des Gekreuzigten, der das Kreuz für die Menschheit trug, fordern auf: Alle euere Sorge werfet auf Ihn! Er hat alles überwunden, Er ist der Friede. Er hat dich durch seinen Opfertod erlöst; aber der verschiedene Hleiland fordert auch auf zur Nachfolge, weist den Weg durch sein Wort: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!"

„Er hat dein Kreuz getragen, durch seine Wunden sind wir geheilt."


Das Mosaik an der Altarwand

Die Technik:

Die Mosaik-Technik ist eine wiederentdeckte Kunst, die im Altertum mit kleineren Platten ausgeführt wurde. Mosaikbilder werden nicht nur durch Farben belebt, sondern auch durch die Eigenart der Platten oberflächen (geschliffen, poliert, stumpf), durch den häufigen Wechsel der Plattengrößen (jeder Bruch, jede Fuge belebt), durch verschiedenen Plattenzuschnitt und durch Aderungen im Marmor, welche Ereignisvorgänge symbolisieren können.

Die Marmortafeln in 53 Farbtönen stammen aus sieben europäischen Ländern: weiß (Mazedonien), weißgrau (Italien), blaugrau (Deutschland, Würzburg), grün (Österreich), gelbrosa (Österreich), rot (Italien), schwarz (Belgien), rotbraun (ehem. Jugoslawien).

1100 Farbtafeln wurden benötigt, vorwiegend in Akropolis-weiß, Blauperle-blaugrau, Cristallo-weißgrau, Tempelbruch-beige, Muschelkalk Goldband-grau geädert.

Das Bild im Raum

Intention: Es ist ganz Bestandteil der Altarwand; nichts kann davon ablenken, niemand kann davor ausweichen; es muss in die Seele gehen und Begleiter werden. Die Gemeinde schaut tätig, denkt weiter, wird näher zu Gott geführt.

Der Bildgehalt

In tiefer Symbolik wird der Leidensweg Christi und, im übertragenen Sinn, der Weg der Gemeinde, das Ziel der Kirche, ausgedrückt. Göttliches Licht aus dem himmlischen Jerusalem, umfließt die Kreuzigungsgruppe auf Golgatha.

Das Kreuz Christi, über die gottentfernte, weltgebundene Schädelstätte hinausgehoben, erstrahlt in verklärtem Licht und bildet die Brücke zu den weit geöffneten Toren der friedvollen Stadt, in der Gott selbst bei seinem Volke wohnt.

Der gläubige Schächer darf bereits Gottes Gnade spüren, während der verstockte im Dunkel bleibt.

Das überirdische Licht, der Geist der Liebe, der Kraft und der Wahrheit, der die feste Burg Gottes und das Kreuz Christi durchwirkt, beschließt sich in einer Dreieck-Spitze, die mitten in die todgeweihte Welt, auf den Grund des Kreuzes weist. Hier ist der entscheidende Punkt, der durch das schlichte Bekenntnis „Ich glaube" aus Leid, Schuld und Tod der irdischen Welt führt —in der Nachfolge Christi durch Buße, unter Wirkung des Heiligen Geistes zu Auferstehung, Jüngstem Gericht, zu Gott mit all seiner Gnade. Karfreitag und Himmelfahrt sind durch die tröstliche Gewissheit und Hoffnung der Auferstehung unlösbar verbunden.

Die Bildelemente des Mosaiks

Das übergroße Kreuz an der Altarwand überragt die zwei kleineren Kreuze der Schacher, die Leid, Schuld und Tod der irdischen Welt darstellen. Es trägt als Opfer Gottes die Sündenlast der Menschen; löscht, unschuldig, die Schuld der Menschen aller Geschlechter.

Schuldig büßen die Schächer ihre eigene Schuld. Erden leben und leiblicher Tod sind am Karfreitag erfüllt. Golgatha ist überwunden durch das überhöhte Kreuz Christi. Durch die Aderung bleibt es nicht im Dunkel. Grün ist die Farbe des Lebens, des Abendmahls — ein neuer Bund ist geschlossen, das Testament des Blutes; Er ist auferstanden, der Tod ist besiegt. Geistlich leben die Erlösten auch nach dem Tod.

Christi Kreuz ist von Licht überflutet, vom Licht der Liebe, der Kraft und der Wahrheit. Weiß ist die Farbe der Auferstehung, Gelb die des offenbarten Lichtes, das des Gottessohnes; Blau, die Farbe der Wahrheit und Unsterblichkeit, Rosa, die der göttlichen Weisheit. In diesem ewigen Licht wirkt der Heilige Geist.

mögliche Betrachtungsschritte
Das Kreuz des linken Schächers berührt das Kreuz Christi. Der Schächer ergreift in der Todesstunde die Hand des Herrn, glaubt, lebt, wie der Weinstock an der Rebe. Er nimmt sein Kreuz auf sich und kommt durch Glauben zur Buße. Jesus ist diesem Sünder am nähesten. Das Grau des Kreuzes deutet auf die Gewißheit der Auferstehung der Toten hin.

Der Schächer rechts ist weit vom Kreuz des Lebens abgerückt; auch er war durch den Lichtstrahl des Evangeliums eingeladen —Gottes Gnade war auch für ihn bereit, aber er nahm den Ruf nicht an. Sein Kreuz bleibt in der Finsternis, ist weltgebunden, der Sünde, dem Bösen, dem Tod verhaftet.

Das Dunkel des Hügels von Golgatha zeigt die gefallene, todgeweihte Welt. Sünde, Not, Gefahr, Tod und Verdammnis sprechen aus dem Braun, dem Symbol unterirdischer Pracht, der Farbe des dunklen Feuers. Rot und Schwarz ergeben diese Farbe der Verstoßung, weshalb auch Judas mit rotbraunen Haaren dargestellt ist. Übrigens ist die Kanzel im gleichen Farbton gehalten.

Doch trifft das „finstere Tal" eine Lichtspitze; sie fordert die Entscheidung zum Glauben; alles andere wirkt Gott durch seine Gnade.

In das himmlische Jerusalem ragt der lichtumflutete senkrechte Kreuzbalken des Kreuzes Christi. Er bildet die sichere Brücke zur Gottesstadt. Das durch Jesu begonnene Werk wird vollendet werden in Auferstehung und Jüngstem Gericht. Jeder Weg führt über das Kreuz, und das größte Kreuz ist Gott am nächsten; es ist von Gottes Frieden und Herrlichkeit umschlossen. Die goldenen Tore der Stadtmauer sind immer offen und weit aufgeschlagen. Gold ist die Farbe des Kostbarsten, der Majestät, der Erhebung, der Vereinigung mit Gott, der Auferstehung, der Reinheit und der Herrlichkeit. Golden sind die Spitzen der Pfingstflammen; goldgelbe Darstellung bedeutet starker Glaube; golden werden die Haare des Messias wiedergegeben. Ohne Angst und voller Zuversicht darf der Gläubige die kommende Stadt suchen; denn er hat hier keine bleibende Stadt.

Starke Mauern und wehrhafte Türme bergen das himmlische Jerusalem, nicht zum Schutz, denn Tod und Teufel sind überwunden. Gottes Wohnung — ewig und unvergänglich, dargestellt durch gediegenes Baumaterial, schließt Seinen Thron ein; Engel sind um Ihn, daneben das Lamm, der Auferstandene — dies noch, wenn die Erde vergangen sein wird.

Die Stadt ist hoch gebaut, endlos, beherrschend; sie ragt herein; Gott kommt zu den Menschen; die Stadt ist voller Licht, voller Leben, voller Frieden, voller Zukunft — ihr Bild, das einer „geschmückten Braut". Das Licht verspricht aber auch, daß Gott bei den Menschen wohnen, alle Tränen abwischen wird, dass es eine Stätte des Friedens und der Herrlichkeit sein wird.

Das Licht weist aber die Stadt Gottes als heilige Stadt aus; heilig, weil sie die Vollendung von Welt und Kirche verheißt. Goldene Fenster laden ein, und das Rot der Dächer verspricht Geborgenheit und Liebe. Vielleicht bezieht sich die Farbe der Kanzel auch auf diese Deutung der Farbe rot.

Johannes offenbart vom himmlischen Jerusalem: Wer überwindet, der wird solches ererben; und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Und der Engel lobt vor dem Thron am Jüngsten Tag: Amen! Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Die Kanzel

Die rote Marmorkanzel mit ihrer Trapezdecke weist mit den Buchstaben A und O, den ersten und letzten Lettern des griechischen Alphabets, auf das Christuswort hin, dass er der Anfang und das Ende sei. Wie die vier Evangelisten, die in Flachreliefen sinnbildlich durch Tiere dargestellt sind, aufschrieben, wird alle Kreatur erlöst sein.

Matthäus, der Verkünder des verheißenen Christus, ein Zöllner aus Kapernaum, will die Erfüllung der Verheißungen des Neuen Testamentes bezeugen. Nach der Legende soll er das Evangelium in Palästina, Äthiopien und Mazedonien verkündet haben. In der christlichen Kunst ist sein Symbol der geflügelte Mensch, weil sein Evangelium mit dem Geschlechtsregister Christi anfängt.

Markus, der Dolmetsch des Petrus, Begleiter des Paulus auf der ersten Missionsreise, soll den Tod des Petrus in Rom miterlebt haben und in Alexandrien als Bischof gestorben sein. Der geflügelte Löwe ist sein Symbol, weil sich sein Evangelium durch Einfachheit, Kürze und Kraft auszeichnet. Nach anderer Auslegung: Löwe, weil er sein Evangelium mit Johannes dem Täufer beginnt, der in der Wüste lebte.

Lukas, der Arzt, Begleiter des Paulus auf der zweiten Missionsreise und auf der letzten Reise nach Jerusalem, der dann später auch seinen Aufenthalt in Rom teilte und von ihm besonders geliebt wurde, hebt besonders die Sünderliebe Jesu hervor. Sein Symbol ist der geflügelte Stier. Der Stier ist das Sinnbild der Nacht. Er bedeutet an Kirchenportalen in Verbindung mit dem Löwen die Auferstehung Christi. Der Stier, das Opfertier, wird in Lukas 1 erwähnt. Dort wird das „Räuchern" des Zacharias als Opfer ausgedeutet, und daher wohl dem Lukas der Name Stier beigegeben.

Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, später eines der Häupter der Gemeinde in Jerusalem, teilt die Gefangenschaft des Petrus. Später wirkte er in Ephesus und soll auf der Insel Patmos verbannt gewesen sein. Seinen Namen tragen noch drei Briefe und die Offenbarung. Das Symbol seines Evangeliums ist der Adler, weil in ihm der Geist am höchsten fliegt.

(Luther: „Das einige zarte, rechte Hauptevangelium, das den anderen weit vorzuziehen ist.")

Die drei ersten Evangelisten überliefern das Leben Jesu fast übereinstimmend. Das Evangelium des Johannes hebt sich in Inhalt und Aufbau ab. Die Evangelisten auf den Flachreliefen fassen die Kanzel ein; jede Predigt von dort schöpft aus dem lauteren Evangelium.


Gemälde über der Seitentür

Aus der Stadtpfarrkirche wurde das Bild „Jesu, der Kinderfreund", zugeschrieben dem Augsburger Maler Matthias Kager (um 1585), übernommen. Die Witwe des im Jahre 1574 verstorbenen Ulrich Sitzinger von Holnstein stiftete es zum Gedächtnis ihres verstorbenen Mannes.

In zweijähriger Arbeit konnte der Restaurator Barfuß, Nürnberg, die ursprünglichen Farben wiederbeleben. Der wertvolle, beschriftete Rahmen ist nur noch auf einem Foto zu betrachten.

Betrachtung: Jesus weilt unter freundlichem Himmel in unserer bewegten Heimatlandschaft. Von rechts tritt er unter die, welcher seiner Einladung „Lasset die Kindlein zu mir kommen!" gefolgt sind.

Mütter halten ihre Kinder dem segnenden Heiland entgegen. Er legt seinen rechten Arm, Geborgenheit verheißend, um einen Knaben und wendet sich den Wartenden zu. Woher Jesus gekommen ist, leuchtet alles hell und farbenfroh. Eine in den Himmel greifende Säule, aus der kraftvolles Grün, die Farbe junger Saat, neuen Lebens, die Farbe der Erwählung, strebt, überragt die Szene. Die Gruppe öffnet sich dem Beschauer zu. Der Heiland läßt die stattlichen Häuser, rechts im Bild, unbeachtet; er ist unterwegs zu retten. Seitlich kniend, Jesu erwartend, den Weg freigebend, die Familie Sitzinger: in weißen Kleidern sechs verstorbene Kinder, daneben zwei lebende Söhne und zwei Frauen in weißgebänderten Kleidern.

Weiß ist zugleich das Sinnbild von Schuldlosigkeit und Trauer. Noch im 16. Jahrhundert trugen Frauen dichte weiße Trauerschleier. Die Mütter auf dem Bild — meist in goldfarbenen Kleidern, was sagen will, von göttlichem Geist erfüllt, heben sich von der betroffenen Familie ab. Doch der Erlöser, das Untergewand im Blau der Christusfarbe, der Farbe der Wahrheit — und im Überkleid aus leuchtendem Scharlachrot, der Farbe des Lebens und der Freude, wird die Familie heiligen können. Rot und Blau vereint, bedeuten himmlische Liebe, Heiligung.

In der Wegrichtung Jesu liegt ein paradiesisches Gärtlein; die Sitzinger säumen es. Blüten deuten auf „heilig sein" hin: Vergossene Blutstropfen wollte der Künstler mit der Margarete, der Perle, der Träne, darstellen; und die Blüte des Frauenschuhs ist in ihrer Anmut Maria zu gesellt.

In dieser Weise spricht unser Blumengärtlein von dem Ereignis auf Golgatha, aber auch von dem Neuen Bund, der durch den Tod des Gottessohnes besiegelt wurde und Auferstehung und ewiges Leben verheißt. Zum Gedächtnis des Gemahls stiftete eine Witwe das Bild „Jesus, der Kinderfreund" — um ihres kindlichen Glaubens willen wird ihr das Himmelreich zugeeignet sein.

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